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“Creative Writing” Texte

Die Ergebnisse aus dem ersten Creative Writing Workshop sind online!

Zum Weiterlesen und Herunterladen einfach auf die orangenen Links klicken. Viel Spass damit!

Mitten auf der Wiese steht eine hässliche Statue. Sie besteht aus hässlichen Gestalten, die sich unterhalten. Sie sprechen miteinander, aber auch mit den Grashalmen, die alle durcheinander reden und rumschreien, wie Verrückte. Die hässlichen Gestalten beten Satan an. Die Grashalme sind jedoch Christen und deshalb mögen sie sich nicht. Sie verhalten sich wie kleine Kinder und schreien sich gegenseitig an. Nicht nur wegen dem Glauben, sondern auch wegen der Musik, die sie hören…MatthiasKaiser_HässlicheGestalten

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Er, auf dem Weg zu seinem Freund, setzt sich ins Auto, Straßen dreckig, uneben, wenig Sprit, doch für seine Freunde würde er alles machen. Sein Ziel fast erreicht, Berg rauf, parken und klingeln, keine Reaktion. Das Wetter wird schlechter, Stimmung niedergedrückt, auf dem Weg zu Freunden, in Gedanken versunken. Blick aus dem Fenster, Dunkelheit macht sich breit, die Hoffnung sinkt, denn im Wald gehen die Lichter aus. Das Handy geht auch aus, die Freundin kommt nicht raus, den Ackerweg entlang wieder nach draußen, Mutter Natur passt sich an, denn plötzlich…. DennisAtesli_SuperKurzGeschichte

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Mitten auf der Wiese steht eine hässliche Statue. Sie besteht aus hässlichen Gestalten, die sich unterhalten. Sie sprechen miteinander, aber auch mit den Grashalmen, die alle durcheinander reden und rumschreien, wie Verrückte. Die hässlichen Gestalten beten Satan an. Die Grashalme sind jedoch Christen und deshalb mögen sie sich nicht. Sie verhalten sich wie kleine Kinder und schreien sich gegenseitig an. Nicht nur wegen dem Glauben, sondern auch wegen der Musik, die sie hören…PiaHuemer_DerZauberlehrling

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„Sonnig und warm“ „Zügig und bewölkt“ „Nein ! Sonnig und warm“ „Red keinen Unsinn ! Du bist ja senil!“ „Wundert es dich ? Wir sind in einem Altenheim.“ „Nein, ich bin auf Kur!“ „Natürlich, seit fünf Jahren schon, oder wie?“ „Mir gefällts halt.“ „So ein Blödsinn – bei dem Fraß, der uns hier aufgetischt wird. Uhhh! Sieh an, sieh an – der Alte macht auch wieder mal eine Runde.“ „Sehr anmutig wie immer, unser Herr Doktor.“ Die alten Damen klapperten anzüglich und belustigt mit ihren Schiebwägelchen- Herr Doktor lief vorbei…PiaHuemer_DieFliege

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Ich:         Hi, Sofa! Wie geht´s so, hast du schon was vor?
Sofa:       Ich weiß nicht so recht. Hmm… wir könnten ja ins Kino gehen?!
Finger:   Hey, hey, hey! Wer hat da was von Casino gesagt? Ich liebe Casinos.
Sofa:      Wir haben nicht Casino gesagt, sondern Kino!! Hör mal richtig zu, du Schlafmütze.
Finger:  muckst du dich auf, oder was? Wenn du wirklich bisschen Ärger kriegen willst, können wir´s wie richtige Männer   klären.
Ich:        You, kein Stress. Keiner schlägt jemanden, oder beleidigt jemanden…. EminMenevse_IchundmeineFreunde

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Ich verlasse die Stadt und lass mich tragen vom Wind, denn ich will fliehen – doch da ist noch die Frage wohin- ok, ich werde mich einfach dem Wind fügen genau wie Herbstblätter oder leere Chipstüten…ChristopherKaiser_ZivilisationInDerNatur

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Verdammt, ich glaube so schlecht war mir noch nie. Ich taumelte in eine Seitenstraße des nächtlichen New York. “Boa, Leute, ich muss kotzen!” John und Gina lachten und klopften mir auf den Rücken. Ich warf einen Blick in die neonbeleuchtete Gasse. Fuck! “Ey, Leute, was liegt denn da?”…AugustKrocher_SuperKurzGeschichte

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A    Hey, was sollte die Scheiße, ihr Penner?
B    Halt mal dein Maul.
A    Verdammt, wie konntet ihr mich verraten? Die scheiß Bullen waren bei mir zu Hause.
B    Ich würde nie meine freunde verrate. Nie, hörst du?!…AleksObilic_SuperKurzGeschichte

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Waiting. Still. Watch hands shake in the freezing cold. It never took that long. He grabs for the stereo. To change stations almost hurts a bit in his muscles. Must be temperatures around zero degrees out that car and it feels like way below inside it. “Fuckhead” he whispers. Through the fogged glas he watches that dealers flat. The corner one, 4th floor. He is tired. Outsides changed from blue to black allready. His breath clouds crawl into the dark as two windows in that block flash. Once. Twice…Martin_Keindl_short_stories

Alle, Text

Ich und meine Freunde

von Emin Menevse

Ich und meine Freunde

Ich: Hi, Sofa! Wie geht´s so, hast du schon was vor?
Sofa: Ich weiß nicht so recht. Hmm… wir könnten ja ins Kino gehen?!
Finger: Hey, hey, hey! Wer hat da was von Casino gesagt? Ich liebe Casinos.
Sofa: Wir haben nicht Casino gesagt, sondern Kino!! Hör mal richtig zu, du Schlafmütze.
Finger: muckst du dich auf, oder was? Wenn du wirklich bisschen Ärger kriegen willst,
 können wir´s wie richtige Männer klären.
Ich: You, kein Stress. Keiner schlägt jemanden, oder beleidigt jemanden.
Finger: Dann soll er nicht so blöd daher reden!
Sofa: wer redet blöd daher? Du oder Ich? Kauf dir ein Deutschbuch für fünf Geld.
Finger: Kauf du dir doch ein Deutschbuch!
Ich: Hey, Leute, hört auf zu streiten, sonst geht keiner ins Kino! Und das ist mein voller Ernst. Entschuldigt euch, oder ich nehme euch nicht mit.
Finger: Haha, Sofa, ich klebe an Emin fest, du nicht. Haha!
Doch nach einer Weile vertragen sich Finger und Sofa und alle gehen ins Kino.
Als sie den Film angeschaut hatten, haben sie eine Viertelstunde gebraucht, um nach Hause zu kommen. Sie sind zurück im Zimmer.
Finger und Sofa: Haha, haha, der Film war schon lustig. oder?
Ich: Ja, auf jeden Fall war er cool.
Cola: Wo wart denn ihr? Wenn ich mal fragen darf?
Ich: Wir waren im…
Finger und Sofa: Nicht sagen, nicht sagen!
Ich: …Kino.
Cola: Ihr wart also im Kino? Ohne mich?! Wisst ihr denn nicht, dass Cola, Popcorn und Kino zusammen gehören?
Ich: Schon, aber du warst nicht wach und wir haben uns eine andere Colaflasche gekauft. Und was ist damit?
Cola: Was damit ist, kann ich dir verraten…
Die Cola schäumt bis an den Hals und sie ist so wütend, dass die Zuckerflüssigkeit sehr, sehr schwarz wird.
Ich: Hey, hey, reg dich ab, sonst passiert noch… -BUMM!- …etwas Schlimmes.
Die Colaflasch explodiert in 1000 Scherben und ihr klebriges Zuckerwasser ist überall. Finger und Sofa lachen sich den Arsch ab, als sie explodiert.
Ich: Neeeeeiiiiiiiiinnnn! Jetzt muss ich mir einen neuen Freund suchen.
Scherbe: Hey, wir könnten doch Freunde sein.
Ich hebe sie mit dem Finger auf und sage Hallo. Plötzlich schneidet sich der Finger.
Finger: Aaaa! Heile mich, heile mich und zwar schnell!
Scherbe: Haha, hahaha. Schon zwei Freunde hast du verloren. Haha! Jetzt brauche ich nur noch dich zu zerstören, Sofa, und dann bin ich sein einziger Freund.
Sofa: Wie willst du das alleine anstellen?
Scherbe: Ich bin ja nicht alleine. Hey, ihr Scherben da unten, macht Sofa kalt!
Tisch: Hier wird niemand kalt gemacht.
Der Tisch legt sich hin und wehrt das Sofa. Die Scherben bohren sich in den Tisch, während ich einen Schutzanzug anziehe. ich nehme die Scherben und schmeisse sie in die Mülltonne. Ich operiere den Tisch und meinen Finger und wir alle gehen Ayran trinken. Sofa ist ungeschickt und ihm fällt ein Glas hinunter.
Sofa: Uups!
Ich: Geht vorsichtig mit den Scherben um.

(Emin Menevse)

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Super Kurz Geschichte

von Dennis Atesli

Er, auf dem Weg zu seinem Freund, setzt sich ins Auto, Straßen dreckig, uneben, wenig Sprit, doch für seine Freunde würde er alles machen. Sein Ziel fast erreicht, Berg rauf, parken und klingeln, keine Reaktion. Das Wetter wird schlechter, Stimmung niedergedrückt, auf dem Weg zu Freunden, in Gedanken versunken. Blick aus dem Fenster, Dunkelheit macht sich breit, die Hoffnung sinkt, denn im Wald gehen die Lichter aus. Das Handy geht auch aus, die Freundin kommt nicht raus, den Ackerweg entlang wieder nach draußen, Mutter Natur passt sich an, denn plötzlich regnet es. Also los, ab ins Warme, auf dem Weg schnell zu Mc Donald’s, denn er hat Hunger und freut sich schon darauf. Plötzlich wird es wieder hell und ein Regenbogen erscheint, doch was muss er sehen, er steht an der Kasse, Blick nach links in die dunkle Ecke. Er muss feststellen, da sind die Zwei, beide ignorieren ihn. Das ist verletzend. Sturm kommt auf, denn er wird wütend, plötzlich. Was muss er sehen? – einen Kuss, er dreht durch, Verzweiflung – ERDBEBEN. Er stolpert, die Treppen werden schief, was ist los? Nichts. Ein Blitz, alles weg, wacht auf, und findet sich im Nichts wieder.

Hier könnt Ihr die Texte aus dem Workshop Creative Writing herunterladen.
Klickt hierzu einfach auf den nachfolgenden orangen Link:

DennisAtesli_SuperKurzGeschichte

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Hässliche Gestalten

von Matthias Kaiser

Hässliche Gestalten

Mitten auf der Wiese steht eine hässliche Statue. Sie besteht aus hässlichen Gestalten, die sich unterhalten. Sie sprechen miteinander, aber auch mit den Grashalmen, die alle durcheinander reden und rumschreien, wie Verrückte.

Die hässlichen Gestalten beten Satan an. Die Grashalme sind jedoch Christen und deshalb mögen sie sich nicht. Sie verhalten sich wie kleine Kinder und schreien sich gegenseitig an. Nicht nur wegen dem Glauben, sondern auch wegen der Musik, die sie hören.

Die Grashalme sind richtige Hip Hopper und tragen alle Baggys und Hoodies und rappen den ganzen Tag lautstark vor sich hin. Die hässlichen Gestalten jedoch sind richtige Death Metal Fans und haben lange schwarze Haare und tragen vor allem Kleidung mit Nieten. Sie liefern sich oft Duelle, bei denen die zirka zehn hässlichen Gestalten mit lauten und kräftigen Stimmen rumschreien und die eine Million Grashalme, die sehr klein und sehr leise sind, zusammen rappen.

Die hässlichen Gestalten sitzen das ganze Jahr auf ihrer Stange und können sich nicht bewegen. Denen muss schon echt langweilig sein. Sie mögen den Herbst nicht, denn dann fliegen die ganzen Blätter von den Bäumen in ihre Gesichter und sie können nichts dagegen machen. Die Grashalme haben es dagegen lustig. Sie können sich zwar nicht selbst bewegen, aber sie werden durch den Wind bewegt, was ihnen fürchterlichen Spass macht. Zu den Bewegungen machen sie immer Freestyle-Raps.

Die hässlichen Gestalten freuen sich immer nur auf den Winter, da die Grashalme dann von den Schneeflocken bedeckt werden und die Grashalme dann nicht mehr zu hören sind, solange die Schneeflocken da sind. Die Schneeflocken können nicht reden und die hässlichen Gestalten feiern, solange Schnee liegt. Jeden Tag schreien und Death Metal “singen”. Dann sind sie glücklich.

(Matthias Kaiser)

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MatthiasKaiser_HässlicheGestalten

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Die Fliege

von Julia-Pia Huemer

„Sonnig und warm“
„Zügig und bewölkt“
„Nein ! Sonnig und warm“
„Red keinen Unsinn ! Du bist ja senil!“
„Wundert es dich ? Wir sind in einem Altenheim.“
„Nein, ich bin auf Kur!“
„Natürlich, seit fünf Jahren schon, oder wie?“
„Mir gefällts halt.“
„So ein Blödsinn – bei dem Fraß, der uns hier aufgetischt wird. Uhhh! Sieh an, sieh an -
der Alte macht auch wieder mal eine Runde.“
„Sehr anmutig wie immer, unser Herr Doktor.“
Die alten Damen klapperten anzüglich und belustigt mit ihren Schiebwägelchen- Herr
Doktor lief vorbei.
Um Missverständnissen vorzubeugen – Herr Doktor heißt nur Herr Doktor ist aber keiner -
also kein Doktor. Um genau zu sein hat er den Namen nu deshalb, da alle Verwandten vor
ihm den richtigen Doktor Titel trugen – somit also auch anerkannte Doktoren und rinnen
gewesen sind.
„Auch wieder mal heraus aus der Koje- der edle Herr?“
„Sie werden sich doch wohl nicht unters Fußvolk begeben?“
„Lacht nur spöttisch ihr alten Weiber. Außerdem seid ihr nicht mal mehr ein Fuß- sondern
ein klapperndes Rostwägelchenvolk – 1 km gegen den Wind, bevor man euch überhaupt
sieht ergreift man die Flucht- da das Quietschen eurer rostigen Fahrgestelle gemischt mit
euren bizarren und skurielen Stimmen ein dermaßen unerträgliches Geräusch ergibt, dass
man am liebsten sterben oder sich die Ohren abschneiden möchte. Wundert es euch denn
noch immer wieso sämtliche Plätze bei eurer Ankunft leer sind? Sogar die Pfleger sehen
zu, dass sie Land gewissen sobald sie euch hören und übergeben euch immer den neuen
Pflegern um verschont zu bleiben!“
„Was für Pfleger ? Agathe, meint er die Kur-Betreuer?“
„Sie, Sie, Sie Flegel! Was glauben Sie eigentlich wer Sie sind? Komm Thilde, dass lassen
wir uns doch nicht gefallen, von so einem arroganten Eigenbrüter wie dem da!“
Und sie quietschten ab.
Selbstzufrieden blickte der Herr Doktor auf die verschwindenden Damen, zuckte bei
diesem und jenem Quietscher noch etwas zusammen, und schreitete förmlich weiter.
Tatsächlich war er einer der seltenst gesehenen Spaziergänger – die Pfleger dankten es
ihm, da sie sich vor ihm eher fürchteten. Jeden Abend, wenn ein Pfleger das Abendbrot zu
ihm brachte, erzählte er eine neue angsteinflößende Geschichte über sich:
„Ich war ein mal Totengräber – und wenn man das einmal vom Beruf her macht, ist es
keine Schwierigkeit auch „andere“ Leichen zu begraben“
„Ich war bei der U-Boot-Flotte – fragen Sie nicht wie es aussieht einen Mensche unter
Wasser zu töten!“
„Ich war immer sehr begehrt bei den Frauen – keine von meinen Geliebten hat mich jemals
wegen eines anderen verlassen.“
So trug es sich zu, dass Herr Doktor jeden Tag allein in seinem Zimmer verbrachte. Der
kurze Moment, wenn die Pfleger das Brot brachten und die inzwischen nurnoch
einmaligen monatliche Visite des Arztes, waren alle Besuche die Herr Doktor verkraften
musste. Aber auch einmal im Monat musste sich Herr Doktor die Beine vertreten und
amüsierte sich dabei gleich noch viel mehr, wenn er auf solche Tratschweiber traf (trat).
Sei es wie es immer schon gewesen sei – Herr Doktor traf Abends wieder in seinem
Zimmer ein und dachte sich, dass bei solch schönen Wetter noch das einmalige im Monat
vorkommende Fensteraufmachen stattfinden könnte.
(Nur zur Information – auch diese Eigenheit bedingte die doch sehr kurzfristigen
Aufenthalte anderer Menschen in Herr Doktors Zimmer)

Was Herr Doktor aber leider an jenem Abend übersah, war dass jetzt gerade die
Stechmückenzeit voran ging und dies bedeutete schon für jeden halbwigs normalen
Bürger, dass Nachts die Fenster geschlossen blieben um nicht der elendigen Qual der
Mücken zu erliegen.

Naja – auf halbwigs normale Bürger würde dies wie gesagt zutreffen – doch die schon sehr
bizarren Gerüche in Herr Doktors Zimmer hielten sogar diese so hinterlistigen Lebewesen
vom Eintritt in dessen Reich ab. Bis auf eine- die durch einen Genfehler weder
Geruchssinne noch Geruchsorgane entwickelt hatte. Jene Mücke feierte es, denn es war
die ideale Chance für sie ein ganz eigenes Opfer für sich gefunden zu haben – an anderen
Abenden musste sie immer zurückstecken, da die große Anzahl der Stechmücken nicht
viel Freiraum ließ – wenn sich ein Opfer fand. Diesen Triumph wollte Sie genießen und
deshalb ließ sie sich still und heimlich in einer Ecke des Zimmers nieder und wartete.

Zehn Uhr. Zeit für eine Opern-Arie. Nicht irgendeine, nein – Carmen. Immer Carmen-
Immer Carmen und immer in voller Lautstärke damit ja alle Bewohner den Klängen dieser
spanischen Schönheit lauschen können.
Herr Doktor legte die Platte in das Grammophon, lehnte sich mit einem Glas Kognak in
seinen Ohrensessel- und lauschte verzückt den Klängen. Um eine herausragende
Performance zu liefern, wartete die Stechmücke auf den Höhepunkt, das bekannte
Titellied der Oper – Sie parodierte als es endlich soweit war einen wilden Stier, schnaubte
und tobte und attackierte Herr Doktors kahlen Kopf. Er schrie auf – der Mathador begann
den Stier (also die Stechmücke) zu jagen – erfasste nur einen Fuß dieser, doch, nein die
Fliege entriss sich seinen Fängen und der Fuß – der riss ab – sie flog weiter-
Im Gefecht, begleitete Carmen den Kampf ums sterben und überleben – Töpfe fielen,
Kissen flogen durch die Luft – der Herr Doktor schnaubte nun wie ein Stier und die Fliege
fiel letztendlich erschöpft auf die sich drehende Platte des Grammophons.
Der Herr Doktor holte aus – die Hand fetzte durch die Luft – auf das Grammophondie
Fliege ist tot.

Als der Herr Doktor sich höhnisch lachend den Schweiß von der Stirn wischte,drehte er
sich um, stieg auf ein Stück Scherbe und stolperte durch sein Zimmer – auf das offene
Fenster hinzu und hinaus.

„Sonnig und warm“

„Zügig und bewölkt“

„Und zwei Stechmücken auf einen Schlag?“

„Ja – zwei Stechmücken auf einen Schlag.“

Alle, Text