Hässliche Gestalten
von Matthias Kaiser
Hässliche Gestalten
Mitten auf der Wiese steht eine hässliche Statue. Sie besteht aus hässlichen Gestalten, die sich unterhalten. Sie sprechen miteinander, aber auch mit den Grashalmen, die alle durcheinander reden und rumschreien, wie Verrückte.
Die hässlichen Gestalten beten Satan an. Die Grashalme sind jedoch Christen und deshalb mögen sie sich nicht. Sie verhalten sich wie kleine Kinder und schreien sich gegenseitig an. Nicht nur wegen dem Glauben, sondern auch wegen der Musik, die sie hören.
Die Grashalme sind richtige Hip Hopper und tragen alle Baggys und Hoodies und rappen den ganzen Tag lautstark vor sich hin. Die hässlichen Gestalten jedoch sind richtige Death Metal Fans und haben lange schwarze Haare und tragen vor allem Kleidung mit Nieten. Sie liefern sich oft Duelle, bei denen die zirka zehn hässlichen Gestalten mit lauten und kräftigen Stimmen rumschreien und die eine Million Grashalme, die sehr klein und sehr leise sind, zusammen rappen.
Die hässlichen Gestalten sitzen das ganze Jahr auf ihrer Stange und können sich nicht bewegen. Denen muss schon echt langweilig sein. Sie mögen den Herbst nicht, denn dann fliegen die ganzen Blätter von den Bäumen in ihre Gesichter und sie können nichts dagegen machen. Die Grashalme haben es dagegen lustig. Sie können sich zwar nicht selbst bewegen, aber sie werden durch den Wind bewegt, was ihnen fürchterlichen Spass macht. Zu den Bewegungen machen sie immer Freestyle-Raps.
Die hässlichen Gestalten freuen sich immer nur auf den Winter, da die Grashalme dann von den Schneeflocken bedeckt werden und die Grashalme dann nicht mehr zu hören sind, solange die Schneeflocken da sind. Die Schneeflocken können nicht reden und die hässlichen Gestalten feiern, solange Schnee liegt. Jeden Tag schreien und Death Metal “singen”. Dann sind sie glücklich.
(Matthias Kaiser)
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